Grundpfeiler der Kommunikation

„Kommunikation ist viel mehr als zwei klappernde Gebisse.“
(Frank Dommenz (*1961))

 

Kommunikation ist ein Instrument zur Koordination und zählt zu einem der zentralen Grundbedürfnissen des Menschen. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort communicare ab, welches mit mitteilen oder teilen übersetzt werden kann. Diese Art der Mitteilung kann auf vielerlei Ebenen geschehen: sowohl nonverbal mittels Gestik, Mimik, Körperhaltung oder Blickkontakt, verbal als das gesprochene Wort sowie paraverbal hinsichtlich des Sprechverhaltens. In welcher Weise Kommunikation stattfindet, wird zudem durch bestimmte Faktoren bzw. Merkmale beeinflusst: Personenmerkmale (z.B. Emotionalität, Fähigkeiten), soziale Merkmale (z.B. Hierarchien), Kontextmerkmale (z.B. die Personenanzahl) sowie die dementsprechend jeweiligen Ziele (z.B. Aggressionsentladung, Hilfeleistung).

Sigmund Freud erklärte, dass nur ein kleiner Teil der Kommunikationsebenen sichtbar ist (20%), während die restlichen 80% „unter der Oberfläche“ schwimmen. Dieses Prinzip nannte er das „Eisberg-Modell“. Nach Vilfredo Pareto erläutert dies, wie es zu Kommunikationsstörungen und Missverständnissen kommen kann. Sollte es innerhalb der Beziehungsebene (das WIE der Kommunikation) zu Störungen kommen, belastet dies auch meist die Sachebene (das WAS der Kommunikation). Zudem bewahren wir Inhalte nur ca. 20 Sekunden im Kurzzeitgedächtnis, weshalb es als guter Zuhörer hilfreich sein kann, bei längeren Gesprächen Notizen anzufertigen.

Kommunikation bedeutet die gelungene Verständigung mittels Wort, Schrift, Geste und Emotion unter dem Bewußtsein der individuellen Kultur aller Beteiligten. (© Björn Bellmann (*1967))

 

Searle entwickelte 1965 die Sprechakttheorie weiter, indem er den Sprechakten je fünf Illokationstypen zuordnete. Diese divergierenden Illokutionstypen Repräsentativa (Behauptungen/Feststellungen), Direktiva (Befehle/Anordnungen/Fragen/Bitten), Kommissiva (Versprechen/Drohungen), Expressiva (Danksagungen/Emotionsausdrücke) als auch Deklarativa (Worterteilung/Kriegserklärung) müssen so eingesetzt werden, dass sie der Konversationsmaxime nach Grice zugeordnet werden können. Die erste Maxime ist die Maxime der Quantität. Diese besagt, dass man seinen Sprechakt so informativ wie nötig, allerdings nicht informativer als nötig, halten soll. Die darauffolgende Maxime der Qualität fordert zudem, dass man nur begründete und der Wahrheit entsprechende Sätze äußern soll. Des Weiteren sollte der Inhalt des Sprechaktes von Relevanz sein (Maxime der Relation). Zuletzt soll sich der jeweilige Sprecher sowohl geordnet, als auch klar ausdrücken. Mehrdeutigkeit soll in dieser Maxime der Art und Weise vermieden werden. Durch die Orientierung an diesen vier Maximen kommt es seltener zu Missverständnissen, sodass dies eine gute Grundlage für eine sachliche, klare Kommunikation ist.

 

Dieser kurze Exkurs stellt nur die Grundpfeiler und eine kurze Einführung in die Kommunikation dar. Weitere Bestandteile (bspw. Redepyramide, Gesprächsführung, Stimme und Atmung) werden in separaten Artikeln vorgestellt.

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