Die Grundprinzipien der Sozialversicherung

„Ich bin nicht versichert, nur verunsichert.“
(Friedrich Witte, *1936)

 

Was versteht man eigentlich unter den Grundprinzipien der Sozialversicherung? 
 
Verankert ist die Sozialgesetzgebung im Grundgesetz in Art. 20 GG. Eingeführt wurde diese im Kaiserreich von Reichskanzler Bismarck, durch welchen die sozialpolitische Entwicklung in Gang gesetzt wurde. Er war es, der die gesetzliche Krankenversicherung (1883), die gesetzliche Unfallversicherung (1884) sowie die gesetzliche Invaliden- und Altersversicherung (1889) innerhalb einer Gesetzgebung verabschiedete. Dies bezog sich allerdings zunächst nur auf Arbeiter(-innen) sowie niedrig bezahlte Angestellte. Erst nach und nach wurde der Kreis erweitert – 1911 wurden dann schließlich auch höher Angestellte sozialversicherungsrechtlich abgesichert.  
 
Seit den 1990er- Jahren und dem Übergang zum 21. Jahrhundert wurden die Grundlagen der Sozialpolitik erneut überarbeitet und reguliert.  
Die Aufgabe der Sozialversicherung ist es nun, den Lebensstandard sowie die Stellung im Rahmen der Gesellschaft des Versicherten in existenziellen Risikosituationen zu erhalten. Die sozialen Risiken müssen hier von der Gemeinschaft abgedeckt werden.  
Einhergehend unterliegt die Sozialversicherung einiger Grundprinzipien: 
 
a. Prinzip der Versicherung  
b. Prinzip der Vielfalt der Versicherungsträger u. – zweige 
c. Prinzip der Verknüpfung von staatlicher Rahmengesetzgebung u. sozialer Selbstverwaltung 
 
Diese Prinzipien sagen aus, dass die Versicherten Beiträge einzahlen und daher einen Anspruch auf Leistungen erhalten. Die Beitragssätze werden gesetzlich festgelegt. Hierbei gibt es jedoch keine einheitliche Versicherung, sondern eine Anzahl verschiedener Sozialversicherungen. Dabei setzt der Staat den Rahmen, innerhalb welcher die Selbstverwaltung gilt. Besondere Regelungen gelten jedoch in der Landwirtschaft. 

 

Innerhalb dieser existieren noch drei Wirkprinzipien, welche mit den Grundprinzipien einhergehen. 

a. Prinzip der Solidarität
Die Sozialversicherung unterliegt einem solidarischen Ansatz. Das bedeutet, dass die sozialen Risiken von der Gemeinschaft getragen werden und damit einhergehend ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichtenä (auch zwischen Kranken und Gesunden, Jung und Alt, Familien und Alleinstehende) geschaffen wird. Als Kriterium gilt hier das Arbeitseinkommen – d.h., je mehr ein Bürger verdient, desto höhere Beiträge muss er einzahlen. Dies gilt sowohl in der Kranken- als auch in der Rentenversicherung. Somit kann sichergestellt werden, dass jede Person im Notfall versorgt werden kann – unabhängig vom Einkommen.  

b. Prinzip der Subsidiarität  
Das Prinzip der Subsidiarität bezweckt die Eigenverantwortung des Einzelnen. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber sind an der Selbstverwaltung beteiligt, da der Staat nicht jede soziale Sicherung tragen kann. Beispielhaft anzuführen wäre hier die Streichung der Erstattungsfähigkeit von Bagatellarzneimitteln – es wurden Überforderungs- und Härtefallregelungen mit einer Belastungsgrenze von Zuzahlungen (2% des jährlichen Bruttoeinkommens, 1% bei chronisch Kranken) eingeführt.  
 
c. Prinzip der Äquivalenz 
Das Prinzip der Äquivalenz gilt nur für die Rentenversicherung sowie für die private Krankenversicherung. Sie beinhaltet „das Verhältnis zwischen der Höhe der gezahlten Beiträge und den Leistungen, die ein Versicherter erhält“.1 Einfacher ausgedrückt bedeutet dies: der Beitrag steigt an, sofern das Risiko sich erhöht. Dieses Prinzip ist als Gegensatz zum Solidaritätsprinzip anzusehen.  
 

Welcher Personenkreis ist denn von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgenommen und kann sich privat krankenversichern? 

Es gibt fünf Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung: 
 
a. Krankenversicherung 
b. Pflegeversicherung 
c. Rentenversicherung 
d. Arbeitslosenversicherung 
e. Unfallversicherung 
 
In Deutschland unterscheidet man zwischen zwei Arten der Krankenversicherung: 
– die GKV (die gesetzliche Krankenversicherung) sowie 
– die PKV (die private Krankenversicherung). 
 
Derzeit sind 13% privat krankenversichert, während der Großteil mit 87% gesetzlich versichert ist.  
Die gesetzliche Krankenversicherung ist im SGB V geregelt und durch fünf Prinzipien gekennzeichnet: 
 
a. Sachleistungen – im Falle eines Krankheitsfalles werden dem Bürger Sachleistungen in Form von Naturalien zur Verfügung gestellt. Hierbei kommt es zu Verträgen zwischen den Krankenkassen und den Leistungsträgern – diese verpflichten sich, den Bürger im Versicherungsfall auf Kosten der Krankenkasse zu behandeln. 
 
b. Kostenerstattung – sofern die Behandlungs- oder Arzneimittelkosten zunächst vom Bürger selbst getragen werden, kann hier ein Antrag auf Erstattung an die Krankenkasse gestellt werden. Dieses Prinzip kommt mittlerweile allerdings nur beim Zahnersatz der GKV zutragen sowie bei der privaten Krankenversicherung.
 
c. Solidaritätsprinzip – die Beiträge, die entrichtet werden, richten sich nach der Höhe des Einkommens und werden daher mit einem Prozentsatz des Arbeitsentgeltes festgelegt. Hierdurch gibt es die beitragsfreie Familienversicherung für Kinder und Ehepartner.  
 
d. Selbstverwaltung – Innerhalb der gesetzlichen Krankenkasse ist das Selbstverwaltungsorgan der Verwaltungsrat, bei welchen sich ehrenamtliche Vertreter zusammenfinden (diese werden alle 6 Jahre von Arbeitgebern und Versicherten gewählt).  
Diese kontrollieren den Vorstand und beschließen das Satzungsrecht. Seit 2015 setzen sich die Beiträge der GKV aus einem festen Bestandteil von 14,6% zusammen, welche vom Arbeitgeber und -nehmer jeweils zur Hälfte bezahlt werden (zzgl. Zusatzbeitrag, welcher allein vom Arbeitnehmer gezahlt wird). Zu beachten ist hier die Beitragsbemessungsgrenze. Bei Erreichen dieser Grenze bleiben die Beiträge der jeweiligen Versicherung konstant, d.h. die Einkünfte, die darüber hinaus gehen, bleiben sozialversicherungsfrei.   

e. Freie Kassenwahl 
-Gemäß § 5 Abs. 1 SGB V gibt es eine Versicherungspflicht für abhängig Beschäftigte unterhalb einer gewissen Einkommensgrenze, Bezieher von Erwerbsersatzeinkünften (bspw. Rente, Krankengeld, Arbeitslosengeld I und II), Studenten sowie bestimmte Familienangehörige von Pflichtversicherten (Familienversicherung). Selbstständige, Bezieher von Einkünften über der Jahresarbeitsentgeltgrenze sowie Personen nach dem Ende der Versicherungspflicht (bspw. geschiedene Ehepartner oder Arbeitslose ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld) können sich freiwillig gesetzlich versichern. 

Hinsichtlich der Wahl der Krankenkasse steht den Bürgern die freie Entscheidung zu!


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Führungsstile

„Es gibt keine schlechten Mannschaften, Marschall. Es gibt nur schlechte Offiziere.“
(Napoleon I. Bonaparte )

 

Unternehmensführung
Jedes Unternehmen wird von mindestens einer Person geleitet – in der Regel handelt es sich hierbei um den Geschäftsführer.  
Bei erfolgreicher Expansion entwickeln sich weitere Hierarchie- und Führungsebenen, die weitere Führungspersönlichkeiten unentbehrlich machen.  
 
Doch was genau bedeutet eigentlich Führung und welche verschiedenen Führungsstile gibt es?

Führung bedeutet vor allem, Mitarbeiter bzw. ihr Handeln gewollt dahingehend zu beeinflussen, dass diese ein angestrebtes Ziel erreichen. Es handelt sich hierbei um eine bewusste Tätigkeit, um bspw. Strategien, Entscheidungen und Ziele durchzusetzen. Führung ist notwendig, da die Unternehmensziele nur gemeinsam erreicht werden können.  
Es findet ein kommunikativer Prozess statt, welcher sich hinsichtlich verschiedener Führungsmodelle unterscheidet. 

 

“Du musst jeden Tag entscheiden, wer den Preis für Deine Führung zahlt: Du oder Deine Leute”
-Kevin Leman

 

Zu differenzieren gilt es zwischen dem Management by Direction and Control (MbC), Management by Delegation (MbD), Management by Objectives (MbO), Management by Systems (MbS), Management by Exception (MbE) sowie Management by Motivation (MbM). Bei diesen Konzeptionen handelt es sich um Modelle, welche sich auf das ganze Unternehmen beziehen und sich teilweise schwer voneinander abgrenzen lassen. 

Zum besseren Verständnis folgt eine kurze Beschreibung der einzelnen Konzeptionen:

1. MbC: Die Führungskraft führt hier vor allem durch Autorität, Regeln und Kontrolle. Eigeninitiative und Engagement wird behindert und eingeschränkt.

2. MbD: Führung erfolgt durch die Übertragung von Aufgaben an verschiedene Mitarbeiter (Delegation). Somit kommt dem Mitarbeiter eine hohe Eigenverantwortung und Entscheidungsbefugnis zu. Bekannt ist diesbezüglich das Harzburger Modell, welches von R. Höhn in Bad Harzburg an der Akademie für Führungskräfte entwickelt wurde. In diesem hierarchisch gegliederten Modell müssen die Mitarbeiter die Verantwortungen, die von der jeweiligen Führungskraft an sie übertragen werden, gewissenhaft und gerne übernehmen, damit Führung hier gelingen kann. 

3. MbO: Innerhalb dieses Konzeptes werden Zielvereinbarungen oder Planvorgaben getroffen, welche der Mitarbeiter innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und im Sinne des SMART-Prinzips einhalten muss. 

4. MbS: Innerhalb einer Systemsteuerung werden hier Abläufe organisiert und verwaltet, sodass Führung in Regelkreisen fest verankert wird. 

5. MbE: In einem gewissen Rahmen können die Mitarbeiter innerhalb des Management by Exception eigenverantwortlich handeln, sodass die Führungskräfte nur bei Problemen eingreifen sollen („Prinzip der Regel Ausnahme“). Negativ zu erachten ist allerdings, dass die Mitarbeiter häufig an Demotivation leiden, da eine unterstützende und begleitende Führungskraft vollständig fehlt. 

6. MbM: Führung gelingt hier durch die Steuerung der Motivation jedes Einzelnen, da dieses Konzept der Theorie zugrunde liegt, dass „materielle Wertschätzung“ nur temporär zu einer Steigerung der Arbeitsleistung der Mitarbeiter führt – vielmehr ist es hier von Bedeutung, jeden Mitarbeiter individuell mit Hilfe methodischer und systematischer Anreize zu motivieren. 

 


Jedes dieser Modelle hat sowohl Vor- als auch Nachteile. 
 
Wichtig ist hierbei zu erklären, dass es keine sogenannte “ideale Führungspersönlichkeit” gibt! Dies kann lediglich als subjektive Beschreibung dienen, jedoch niemals auf jedweden Mitarbeiter angewendet werden. 

Falls Sie Interesse an einer Zusammensetzung wichtiger Qualitäten einer Führungspersönlichkeit haben, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail oder kontaktieren Sie uns telefonisch. Wir würden uns freuen, Ihnen weiterzuhelfen. 

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Grundpfeiler der Kommunikation

„Kommunikation ist viel mehr als zwei klappernde Gebisse.“
(Frank Dommenz (*1961))

 

Kommunikation ist ein Instrument zur Koordination und zählt zu einem der zentralen Grundbedürfnissen des Menschen. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort communicare ab, welches mit mitteilen oder teilen übersetzt werden kann. Diese Art der Mitteilung kann auf vielerlei Ebenen geschehen: sowohl nonverbal mittels Gestik, Mimik, Körperhaltung oder Blickkontakt, verbal als das gesprochene Wort sowie paraverbal hinsichtlich des Sprechverhaltens. In welcher Weise Kommunikation stattfindet, wird zudem durch bestimmte Faktoren bzw. Merkmale beeinflusst: Personenmerkmale (z.B. Emotionalität, Fähigkeiten), soziale Merkmale (z.B. Hierarchien), Kontextmerkmale (z.B. die Personenanzahl) sowie die dementsprechend jeweiligen Ziele (z.B. Aggressionsentladung, Hilfeleistung).

Sigmund Freud erklärte, dass nur ein kleiner Teil der Kommunikationsebenen sichtbar ist (20%), während die restlichen 80% „unter der Oberfläche“ schwimmen. Dieses Prinzip nannte er das „Eisberg-Modell“. Nach Vilfredo Pareto erläutert dies, wie es zu Kommunikationsstörungen und Missverständnissen kommen kann. Sollte es innerhalb der Beziehungsebene (das WIE der Kommunikation) zu Störungen kommen, belastet dies auch meist die Sachebene (das WAS der Kommunikation). Zudem bewahren wir Inhalte nur ca. 20 Sekunden im Kurzzeitgedächtnis, weshalb es als guter Zuhörer hilfreich sein kann, bei längeren Gesprächen Notizen anzufertigen.

Kommunikation bedeutet die gelungene Verständigung mittels Wort, Schrift, Geste und Emotion unter dem Bewußtsein der individuellen Kultur aller Beteiligten. (© Björn Bellmann (*1967))

 

Searle entwickelte 1965 die Sprechakttheorie weiter, indem er den Sprechakten je fünf Illokationstypen zuordnete. Diese divergierenden Illokutionstypen Repräsentativa (Behauptungen/Feststellungen), Direktiva (Befehle/Anordnungen/Fragen/Bitten), Kommissiva (Versprechen/Drohungen), Expressiva (Danksagungen/Emotionsausdrücke) als auch Deklarativa (Worterteilung/Kriegserklärung) müssen so eingesetzt werden, dass sie der Konversationsmaxime nach Grice zugeordnet werden können. Die erste Maxime ist die Maxime der Quantität. Diese besagt, dass man seinen Sprechakt so informativ wie nötig, allerdings nicht informativer als nötig, halten soll. Die darauffolgende Maxime der Qualität fordert zudem, dass man nur begründete und der Wahrheit entsprechende Sätze äußern soll. Des Weiteren sollte der Inhalt des Sprechaktes von Relevanz sein (Maxime der Relation). Zuletzt soll sich der jeweilige Sprecher sowohl geordnet, als auch klar ausdrücken. Mehrdeutigkeit soll in dieser Maxime der Art und Weise vermieden werden. Durch die Orientierung an diesen vier Maximen kommt es seltener zu Missverständnissen, sodass dies eine gute Grundlage für eine sachliche, klare Kommunikation ist.

 

Dieser kurze Exkurs stellt nur die Grundpfeiler und eine kurze Einführung in die Kommunikation dar. Weitere Bestandteile (bspw. Redepyramide, Gesprächsführung, Stimme und Atmung) werden in separaten Artikeln vorgestellt.

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Die Komplexität der Erinnerungen

„Alle großen Leute waren einmal Kinder, doch nur wenige erinnern sich daran“ (Saint-Exupéry aus „Der kleine Prinz")  Sich besinnen. Gedenken. Ins Gedächtnis rufen. Zurückblicken. All dies sind Synonyme für das Schlagwort Erinnern. Menschen erinnern sich an große...

Die Komplexität der Erinnerungen

„Alle großen Leute waren einmal Kinder, doch nur wenige erinnern sich daran“
(Saint-Exupéry aus „Der kleine Prinz”)

 

Sich besinnen. Gedenken. Ins Gedächtnis rufen. Zurückblicken.
All dies sind Synonyme für das Schlagwort Erinnern. Menschen erinnern sich an große Ereignisse: an Geburtstage, an Feiertage, die Einschulung, die erste eigene Wohnung. Aber auch kleine Ereignisse, die sich in den Alltag verflechten: der erste Schnee des Jahres, das Lieblingsessen der Schwester oder auch das Gespräch mit dem Nachbarn.
Doch wie kommt es zu diesem Erinnerungsprozess? Erinnern wir uns nur an Dinge, an die wir uns erinnern wollen? An wichtige Dinge? Können wir konträr dazu Dinge vergessen, verdrängen, nicht mehr daran denken?

Um auf diese Fragen eine Antwort zu finden,  bedarf es einer Auseinandersetzung mit der neuronalen und psychologischen Funktion des Gehirns. 

1. Das Gehirn
Ohne das Gehirn wäre der Mensch nicht lebensfähig. Im Gedächtnis werden nicht nur Erinnerungen abgespeichert, sondern auch Kommunikationen, Tätigkeiten und vieles mehr. Es gibt jedoch nicht nur einen bestimmten Teil im Gehirn, der dafür verantwortlich ist. Vielmehr kann man es sich als ein Netzwerk vorstellen, welches Informationen von einem Ort zum anderen „schleust“. Um dies näher veranschaulichen zu können, reicht eine kurze, medizinische Einführung.

Zu unterscheiden gelten die motorischen „Felder“ von den sensorischen „Feldern“. Während es sich bei den motorischen Feldern um Motorische Handlungsfolgen, Antriebe, Produktives Denken, Gesinnung, Blickbewegungen, Horchbewegungen, Körperbewegungen, Fertigkeiten sowie das Schreibzentrum handelt, enthalten die sensorischen Felder Schmerz-, Temperatur- und Berührungsempfindungen, das Ortsgedächtnis als auch das Namensverständnis und Lesezentrum. Des Weiteren das Farberkennen, das Sinnverständnis für Musik und Geräusch, ferner den Geschmack. Diese sogenannten „Felder“ befinden sich in der linken Hemisphäre der Großhirnrinde. In dieser Großhirnrinde befinden sich unter anderem auch der präfrontale Kortex, der Hippocampus sowie der Neokortex. 
Im präfrontalen Kortex im Frontallappen werden kognitive Fähigkeiten lokalisiert. Es handelt sich hier um das höchste Assoziationszentrum des Gehirns.
Damit dieser Kortex allerdings funktionstüchtig ist, benötigt er den prämotorischen Kortex, den partiellen Kortex sowie die Okzipitalrinde.

 

Ein weiteres, wichtiges Hirnareal bildet der Hippocampus, welcher im limbischen System liegt. In diesem hat der Papez-Kreislauf seinen Ursprung: dieser ist von elementarer Bedeutung für die Gedächtnisbildung.

Die Übertragung der Erinnerungen vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis werden hier vollzogen. Wenn das Gehirn neue Informationen aufnimmt, werden sie hier verarbeitet. Falls Informationen aufgenommen werden, die sich schon im Gehirn befinden, jedoch leicht verändert sind, kommt es zu einer Reaktivierung der alten Informationen. Wenn also einem Menschen beide Hippocampi fehlen, kann es keine Übertragung und Reaktivierung mehr geben, was zur Folge hat, dass neue Erfahrungen und Erlebnisse nicht mehr abgespeichert werden können. Nur noch das Langzeitgedächtnis würde bestehen. Zentral ist auch das vorhin genannte Ortsgedächtnis im Hippocampus. Es gibt hier sogenannte Ortszellen, welche jeweils mit einem bestimmten Ort verknüpft sind. Zuletzt spielt der Neokortex eine wichtige Rolle bei der Untersuchung der Abspeicherungen von Erinnerungen. Er besteht aus sechs Lamina, welche neue Informationen bewertet und zu den verschiedenen Hirnarealen „schickt“.

Diese Informationen werden durch Reize hervorgerufen. Wenn also ein Reiz (optisch, akustisch, taktil/hoptisch, olfaktorisch) ausgelöst wird, wird dieser über die Sinneszellen/Rezeptorzellen, über einen Nerv des peripheren Nervensystems zum zentralen Nervensystem „geschickt“ (z.B. Gehirn, Rückenmark). Durch den Nerv des PNS erreicht er dann den Effektor, so dass eine Reaktion entsteht. Diese Reaktion erfolgt dann entweder motorisch oder sekretorisch.

Bei der Erinnerung handelt es sich daher um ein komplexes Phänomen. Es sind mehrere Hirnareale betroffen, die zumeist in einer Wechselwirkung bestehen und ohne einander nicht auskommen würden.
Um noch näher darauf eingehen zu können, muss man nun die psychologische Seite betrachten, da die vorhergehende Einführung noch zu abstrakt ist. 

2. Psychologische Grundlagen

Im Folgenden wird ausgehend von der Position von Larry Cahill die Relevanz der Gefühle im Hinblick auf das Gedächtnis thematisiert.  Denn nur eine medizinische Erklärung reicht nicht aus, um analysieren zu können, inwieweit der Mensch erinnert und erinnern kann. Ferner müssen die medizinischen Grundlagen mit psychologischen Beobachtungen verknüpft werden.

Larry Cahill, Professor an der kalifornischen Universität in Irvine, war einer der ersten Professoren, der sich mit dem Zusammenspiel von Gedächtnis und Emotionen auseinandergesetzt hat. 1996 führte er ein Experiment durch, in welchem Probanden emotionale sowie emotionslose Filmabschnitte anschauen sollten. Während dieser Prozedur untersuchte Cahill die Aktivitäten des Gehirns mittels eines Verfahrens, in welchem Stoffwechselvorgänge des Menschen sichtbar werden. Dieses Verfahren nennt man Positronen-Emissions-Tomographie. Aufgrund dieser Tomographie konnte festgestellt werden, dass das Gehirn stärker auf die emotionalen Filmabschnitte reagiert hat. Besonders im limbischen System kam es zu einer Reaktion. Hier war die Amygdala aktiv, welche in enger Verbindung zum Hippocampus steht. Die Amygdala verknüpft Emotionen mit Ereignissen und bewertet die „eingehenden“ Reize.
Einige Wochen später bat Cahill die Probanden, sich an die Filmabschnitte zu erinnern. Wie vermutet, erinnerten sich die Probanden stärker an die emotionalen Filmabschnitte.
Mit diesem Experiment wurde bewiesen, dass Emotionen und Erinnerung gekoppelt sind und sowohl medizinisch, als auch psychologisch nachvollzogen werden können.

Ein weiterer Professor, Hans J. Markowitch, angestellt an der Universität in Bielefeld, beschäftigte sich mit der Auswirkung von Stresssituationen auf das Gedächtnis. Bei langfristigem, chronischen Stress sterben Nervenzellen im Hippocampus ab. Eine Stärkung der Nervenzellenbildung könne nur durch positive Emotionen hervorgerufen werden. Erst so können Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin die synaptischen Verbindungen und somit das Erinnerungsvermögen stärken. Neuronal bewiesen ist so, dass Gefühle in einem engen Zusammenhang mit den Erinnerungen stehen. Diese Abhängigkeit der Gefühle zeigt sich vor allem am Urbach-Wiethe-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, bei der beide Seiten der Amygdala durch einen Gendefekt verkalkt sind. Personen, die von dieser Krankheit betroffen sind, weisen ein schlechtes Gedächtnis auf und haben in Bezug auf das Sozialverhalten Schwierigkeiten, da sie kaum Gefühle zeigen können.

 

 

Konträr zum Prozess des Erinnerns steht der Prozess des Vergessens.
Mit diesem hat sich der Psychologe Daniel Schacter von der Harvard University auseinandergesetzt. Während wir uns an kleine Dinge im Alltag erinnern können, so vergessen wir auch einige Dinge: Wo habe ich mein Busticket hingelegt? Habe ich etwas im Auto vergessen? Wo hängt meine Jacke?
Diese „Vergesslichkeiten“ bezeichnet Schacter als sogenannte „Sünden“ des Gehirns. Von diesen „Sünden“ gibt es sieben an der Anzahl: drei Unterlassungs- und vier Begehungssünden. Unterlassungssünden sind die Geistesabwesenheit (Speicherfehler des Gehirns), die Blockierung (eine andere Information versperrt den Weg für die neue Information) sowie die Transienz (falsche Abspeicherung der Information). Alle drei Sünden bezeichnen Vergessenes, welches wir nicht vergessen wollten. Bei den Begehungssünden handelt es sich um die Suggestibilität (man erinnert sich an etwas, das gar nicht. passiert ist), die Verzerrung (die aktuelle Gefühlslage verzerrt Erinnerungen der Vergangenheit), Persistenz (peinliche oder traumatische Erinnerungen) und Fehlattribution (eine Information wird der falschen Quelle zugeordnet). Hier kann sich der Mensch zwar erinnern, jedoch weist die Erinnerung Fehler auf.

Es zeigt sich also, dass der Prozess des Erinnerns nicht nur komplex, sondern auch individuell subjektiv abläuft. 

 

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Nachhaltigkeit

Was genau bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit und wieso wird sie so vehement gefordert?

Kaum ein Thema wird in der Öffentlichkeit so breit diskutiert wie das Thema der Nachhaltigkeit. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen wird Sinn und Zweck sowohl in Frage gestellt als auch gefordert. Vor allem Politiker fordern nachhaltiges Handeln, um Wohlstand und Lebensqualität für die Bevölkerung zu ermöglichen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff der Nachhaltigkeit? 

Der Begriff kann sowohl als zeitlich (als anderes Wort für längerfristig oder zeitlich überdauernd), ökologisch (bezogen auf die Umwelt und Ressourcenschonung) als auch ethisch (in Bezug auf ein verantwortungsvolles, gerechtes und faires Handeln) verwendet werden. 

 

Laut einer Analyse von Jörg Tremmel (2003), in welcher er eine repräsentative Anzahl von Nachhaltigkeitsdefinitionen verschiedener Institutionen und Wissenschaftlicher analysierte, besteht Nachhaltigkeit aus drei Säulen:
1. Ökologie              2. Ökonomie             3. Soziales

Diese drei Dimensionen müssen als integrierendes Dreieck mit komplexen Wechselwirkungen wahrgenommen werden. 
Hinsichtlich der ökologischen Komponente sollte die Bevölkerung über natürliche Grundlagen verfügen können. Dies kann allerdings nur geschehen, sofern die Eigenschaften der natürlichen Ökosysteme erhalten bleiben. Dies bezieht sich bspw. auf den Abbau und Verbrauch von Ressourcen, auf Stoffeinträge in unserer natürlichen Umwelt sowie auf den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die soziale Komponente zielt auf eine gerechte Verteilung sozialer Grundgüter sowie die Weitergabe an zukünftige Generationen ab. Als Beispiele können hier das Leben selbst, die Gesundheit, die Grundversorgung, die Bekämpfung der Armut, die Chance auf Bildung, Toleranz, Gerechtigkeit und sozialer Frieden genannt werden. 
Die dritte Dimension, der ökonomische Bestandteil, steht für die Förderung von Wohlstand und Lebensqualität und darüber hinaus als Grundlage für Arbeitsplätze und Einkommen. Dieser bestimmt die Energie- und Materialressourcen und beeinflusst damit auch die ökologische sowie soziale Komponente. 

Diese drei Dimensionen beeinflussen sich wechselseitig und sollten nie getrennt voneinander betrachtet werden! 

 

Das integrierende Nachhaltigkeitsdreieck kann helfen, Nachhaltigkeit zu definieren und die Beweggründe nachhaltiger Entwicklungen zu verstehen. Wir leben innerhalb einer Ökosphäre, in welcher die Menschen selbst Kulturen mit spezifischen Formen der Ökonomie erschaffen.

Weshalb wird nun Nachhaltigkeit als anstrebendes Ziel gefordert?

Innerhalb der letzten Jahre erlebte die Erde ein starkes Bevölkerungswachstum. Während 1950 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt lebten, verdreifachte sich die Anzahl 2017 auf 7,5 Milliarden. Laut einer Prognose werden 2050 9,8 Milliarden Menschen die Erde bevölkern!

Daraus resultiert eine Zunahme der Siedlungsdichte und damit einhergehend eine Veränderung der Wirtschaftsformen. Globale Stoffkreisläufe werden verändert (Stichwort Klimawandel), sodass es bpsw. zu Hitzeperioden kommt. Durch diese gibt es weniger Ernteerträge, der Meeresspiegel steigt an. Dies hat vor allem Folgen für unsere Biodiversität, welche teilweise größer als der ökologische Fußabdruck ist, da viele Länder ein ökologisches Defizit aufweisen. 
Gemäß Johan Rockström sind vier Druckkräfte zugegen, welche Strategien zur nachhaltigen Entwicklung unausweichlich machen:

1. Die rasch wachsende Bevölkerung und der menschliche Drang nach Wohlstand
2. Der Klimawandel
3. Die Belastung der Biosphäre
4. Das Überraschungsmoment der natürlichen Ökosysteme

 

Um dem entgegenzuwirken, bedarf es einer Strategie zur nachhaltigen Entwicklung. Zu unterscheiden gilt es zwischen der Effizienz-, Konsistenz- sowie Suffizienzstrategie.

 

1. Effizienzstrategie
Die Effizienzstrategie zielt darauf ab, das Verhältnis von In- und Output zu verbessern und ist daher ökonomisch geprägt. Es sollen Maßnahmen mit den geringsten volkswirtschaftlichen Kosten ergriffen werden. Dies kann bspw. durch die Einsparung von Materialkosten und Arbeitskosten geschehen. Im Vergleich dazu priorisiert die ökologische Strategie den Erhalt natürlicher Ressourcen durch eine nachhaltige Nutzung, bspw. durch Energieeinsparung. 
Die Rate der Effizienzsteigerung muss hierbei mindestens so hoch wie das wirtschaftliche Wachstum sein. Gleichermaßen tritt hier jedoch ein Rebound-Effekt ein: durch effizientere Nutzung von Ressourcen erfolgt leider nur selten eine Entlastung der Umwelt, da die Konsumspirale eher beschleunigt wird. Eine effizientere Nutzung führt hernach zu niedrigeren Preisen und dahingehend zu einem vermehrten Konsumverhalten. 

2. Konsistenzstrategie
Die grundlegende Überlegung der Konsistenzstrategie ist es, die Herstellung von Gütern und die Gewinnung von Energie so umzustellen, dass Natur und Umwelt weniger belastet werden. Dies kann durch Recycling (wiederverwertender Kreislauf), die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, regenerative Energien sowie durch den biologischen Landbau begünstigt werden. Das Ziel: die von Menschen gemachten Stoff- und Energieströme mit den natürlichen Strömen zu vereinen. Es sollen intelligente Wirtschaftssysteme entstehen, die bspw. ohne Abfälle auskommen. Allerdings gibt es auch negative (Umwelt-) Auswirkungen regenerativer Energieanlagen: die Flächeninanspruchnahme (z.B. von Windkraftanalagen, Photovoltaik), der Verbrauch seltener metallischer Rohstoffe, die Gefährdung von Mensch und Umwelt durch den Abbau benötigter Rohstoffe sowie schlechte Arbeitsbedingungen. Oft sind die Maßnahmen daher weder konsistent noch nachhaltig. Wichtig ist immer das Wie der Produktion sowie das Wie der Nutzung. 

3. Suffizienzstrategie
Die Suffizienzstrategie unterliegt verschiedener Definitionen. Eine Gemeinsamkeit ist jedoch die Priorisierung absoluter Reduktion des Ressourcenverbrauchs und Emissionen. Dies setzt also direkt beim Verhalten der Konsumenten an und verändert daher Konsummuster und Lebensziele. Nach W. Sachs kann der Wandel in die vier “E”s unterteilt werden:

I. Entschleunigung (bspw. Slow Food)
II. Entflechtung (Relokalisierung von Arbeits- und Produktionsvorgängen)
III. Entkommerzialisierung (vermehrte Freiwilligenarbeit)
IV. Entrümpelung (Besinnung auf das Notwendige)

 

 

 Komplexität und Kontroversität 

 

Die Bewertung nachhaltigen Handelns ist, wie wir festgestellt haben, situations- und kontextabhängig und innerhalb dessen komplex und kontrovers. Wechselwirkungen, Vernetzungen, Zusammenhänge und Einflussgrößen können zumeist in ihrer vollen Größe kaum wahrgenommen werden, da die lokale Handlung meist eine globale Dimension erreicht. 

 

Grundsätzlich kann man daher nur Handlungsempfehlungen aussprechen und versuchen, systemisch zu denken, das Ganze zu betrachten und nicht nur die Summe seiner Teile (Stichwort: Emergenz). Durch mehrseitige und rückgekoppelte Wechselwirkungen entsteht häufig eine faktische Komplexität, welche durch fachliche Kontroversen verstärkt wird. Auch die ethischen Untersicherheiten und individuelle sowie gesellschaftliche Wertvorstellungen dürfen nicht außer Acht gelassen werden, da es unterschiedliche Auffassungen über “gutes” und “richtiges” Handeln gibt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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